xBox
Microsoft xBox
Die Dimensionen einer weltweiten Einführung einer neuen Spielekonsole verdeutlichen, dass neben dem Traditionshersteller Nintendo nur finanzstarke Firmen die Anforderungen des Marktes erfüllen konnten. Diesen Schritt - eine neue Spielekonsole auf den Markt zu bringen - wagten Sony 1994 mit der Playstation und Ende 2001 in den USA bzw. 2002 in Japan und Europa der Software-Gigant Microsoft mit der XBox.
Zweifelsohne muss man dem Konzern nicht nur Achtung für den Mut zollen, sondern auch für das Durchhaltevermögen. Denn der Start in Europa war alles andere als gelungen. Dies lag vor allem an dem hoch angesetzten Preis von rund 500 DM, der bereits in den ersten Monaten nach Markteinführung mehrfach nach unten korrigiert wurde und sich nur auf das Preisniveau der Konkurrenz einpendelte. Bei Auslieferungsende 2006 war die Microsoft Konsole bereits für unter 100 Euro zu haben. Der Grund für diese notwendige Preiskorrektur ist zugleich system- und marktbedingt. Eine neue Konsole bedeutet für den Kunden erst einmal, dass eine Kompatibilität mit vorhandenen Spiele nicht gegeben ist. Also müssen neue Spiele angeschafft werden, was zusätzlich ins Geld geht. Da bedarf es schon erheblicher technischer und - im wahrsten Sinne des Wortes - spielerischer Anreize für einen Erfolg. Die Absatzzahlen belegen, dass dies weitgehend gelungen ist.
Der Name xBox setzt sich zusammen aus der PC-Usern bekannten Schnittstelle DirectX und dem Arbeitstitel Box für den Spielekasten. Das Imperium des Bill Gates ging dabei etwas andere Wege als die Konkurrenz. Technisch basiert die xBox stärker auf Computerkomponenten, als dies bei der Konkurrenz der Fall ist. Der Aufbau der Konsole ist typisch für das bei Computern bekannte Prinzip. Da wundert es nicht, dass es lediglich ein passendes Betriebssystem - etwa Linux Gentoox - sowie Maus und Tastatur braucht, um zum vollwertigen Internet fähigen PC zu mutieren. Auch die XBox 360, die Ende 2005 folgte, zeigt sich PC-orientiert, was nunmehr in der 7. Generation der Spielekonsolen auch zusehends für die Konkurrenzprodukte gilt.
Der Vergleich der beiden Konsolen belegt den Entwicklungsschritt von etwa einer halben Dekade. Während die xBox mit einem 733 MHz Pention III Prozessor ins Rennen ging, verbauten die Microsoft-Ingenieure bei der 360 den exklusiv von IBM entwickelten Xenon-Prozessor mit drei 3,2 GHz Kernen. Der Hauptspeicher der xBox bot 64 MB, bei der Nachfolgerin fungiert ein 512 MB GDDR3-RAM. Die Grafik übernahm bei der ersten xBox, die der 6. Generation der Spielekonsolen angehört, ein Geforce-3-Kern vom Typ NV2A des Herstellers Nvidia die bildliche Darstellung. Die 360er greift dagegen auf eine ATI-Grafikkarte zurück: 500 MHz und 10 MB Embedded-DRAM.
Die nackten Daten verführen den technisch Begeisterten, aber in der Praxis sind sicher andere Werte interessanter. Bereits die erste xBox gefiel mit einer aufwändigen Soundwiedergabe, die sogar Dolby-Digital-5.1, 256 Stimmen bzw. 64 3D Stimmen ermöglichte. Damit bietet die
Microsoft XBox 360 Soundeffekte, die eine äußerst realistische akustische Darstellung XBox Spiele vermittelt. Befindest Du Dich zum Beispiel in einer fremden Spielewelt, die Du erkunden möchtest, so werden Dir mögliche Feinde akustisch angekündigt. Du hörst nicht nur, dass sie da sind, sondern auch, aus welcher Richtung sie angreifen. Dies begünstigt auf jeden Fall Deine Möglichkeiten der Abwehr. Die Soundeffekte sind natürlich auch im Einsatz, wenn mittels einer Film-DVD die xBox zum heimischen Kinofilm-Vorführgerät wird. Die Mehrkanal-Tonwiedergabe setzt allerdings zusätzliches Equipment voraus: Einen Mehrkanal-Verstärker bzw. -Receiver und mindestens für jeden Kanal einen Lautsprecher. Ergänzend übernimmt ein Subwoofer die Tiefbässe und gibt dem Hörgenuss Volumen.
Der computerähnliche Aufbau der xBox erlaubt sowohl dem Hersteller als auch den Spieleherstellern und natürlich auch dem Kunden die stetige Aufrüstung der Konsole. Ein besonderes Schmankerln für Fans klassischer Spiele ist zum Beispiel die Möglichkeit, die Konsole für Spiele früherer Konsolen zu emulieren. Die Liste der in Frage kommenden Konsolen liest sich wie das Who is Who der Konsolenhistory: Armstrad CPC, Atari 2600, Atari ST, Commodore 64, Commodore Amiga, Gameboy Advance, MSX, Neo Geo, Nintendo 64, Nintendo Entertainment System, Sega Game Gear, Sega Master System, Sega Mega Drive, Sony Playstation, Super Nintendo Entertainment System.
Zu den Besonderheiten der xBox 360 gehört zweifelsohne die integrierte Festplatte mit bis zu 120 GB. Das Laden und Speichern von Spielen und Spielständen ist somit schneller möglich. Die ersten Modelle der alten xBox begannen mit 8 bzw. 10 GB. Damit bot sich von Anfang an aber ein variables System der Datenspeicherung und -zuführung: DVD, CD, HDD und Speicherstick.
Für den xBox 360 User eröffnet sich das World Wide Web. Microsoft hat dazu das Onlinenetzwerk xBox Live installiert und bietet es in den Paketen Silver und Gold an. Dabei ist die silberne Ausführung allen xBox Usern kostenlos zugänglich; wer Gold möchte, muss bezahlen. Die Kosten sind je nach festgelegter Vertragsdauer gestaffelt. Besonderes Leistungsmerkmal für Gold-Besitzer ist die Möglichkeit, den Multiplayerpart zu nutzen. Auf dem xBox Live Marktplatz stehen dem Gold-Inhaber exklusive Downloads zur Verfügung. Zwei Gold-Kunden können über xBox Live Vision nicht nur per Text und Bild, sondern auch per Video miteinander chatten. Der Microsoft Marktplatz im Internet bietet nicht nur alles rund um
XBox 360 Spiele an, auch Filme können heruntergeladen werden.
Wer mit der ausgelieferten Konsole noch nicht zufrieden ist, kann sich im XBox Zubehör bzw. XBox 360 Zubehör umsehen und seine individuelle Konsole gestalten. Bei der 360er lässt sich sogar das Aussehen verändern. Sie bietet eine abnehmbare und damit auswechselbare Frontblende. Offiziell stehen vier verschiedene Frontblenden im Programm; allerdings wurden bei Sondermodellen auch andere Variationen verbaut. Zum Beispiel brachte Microsoft eine exklusive Version zur Fifa Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf den Markt.
Grundsätzlich ist die xBox 360 in Premium- und Elite-Ausführung erhältlich. Die Festplatte ist bei der Premium Ausstattung 20 GB groß. Bei der Elite sind es 120 GB. Vor allem bei der Nutzung als Filmvorführgerät ist die größere Festplatte sinnvoll. Microsoft offeriert für die xBox 360 Speicherkarten der Größen 64 und 512 MB, wobei die Konsole auf zwei Karten gleichzeitig zurückgreifen kann. Die nutzbare Kapazität liegt also zwischen 64 und 1024 MB. Ein WLAN-Adapter erlaubt das kabellose Einbinden der Konsole in ein Netzwerk. Als Controller stehen ein normales und ein kabelloses Bedienteil zur Auswahl. Beide lassen sich auch am Computer nutzen. An weiterem Zubehör sind zum Beispiel Headset, Fernbedienung, Kabel, Lenkrad mit Pedalen, HD-DVD-Laufwerk usw. erhältlich.