Nintendo Wii

Nintendo Wii
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Die Spielekonsole Nintendo Wii des japanischen Herstellers gehört zu den Konsolen der 7. Generation und löste Ende 2006 den Nintendo GameCube ab. Wii ist ein Kunstwort, dessen Ähnlichkeit mit dem deutschen „Wir“ durchaus als gewollt bezeichnet werden kann. Vor dem Hintergrund der Gerätegeneration konkurriert die Wii mit der Xbox von Microsoft und der Playstation 3 von Sony. Den Verkaufsstrategen von Nintendo ist jedoch daran gelegen, vor allem durch die Auswahl der Spiele neue Kundenkreise zu erobern. Die Wii soll für Kinder, Jugendliche und Erwachsene beiderlei Geschlechts interessant sein. Die Verkaufszahlen bescheinigen dem Hersteller jedenfalls, dass dieses Anliegen vom Kunden honoriert wurde und nach wie vor wird.

Der Aufbau dieser Spielekonsole ähnelt der Xbox. Auch hier wurde auf PC-Komponenten zurückgegriffen. Der Hauptprozessor stammt von IBM, der Grafikprozessor von ATI. Als Speichermedium wird die DVD verwendet. Die Wiedergabe von Spielfilmen ist jedoch nicht möglich. Auch eine HDTV-Signalausgabe wird von der Wii nicht unterstützt.

Die multimedialen Qualitäten der Nintendo Konsole liegen mehr im Internetbereich. Sie wurde für den permanenten Internetzugang konzipiert (WiiConnect24) und bietet eine eigenständige Benutzeroberfläche, die zahlreiche Dienste zur Verfügung stellt, zum Beispiel Wii-Shop-Kanal, Wetterkanal, Nachrichtenkanal, Meinungskanal usw. und natürlich bietet die Internetverbindung auch die für PCs üblichen multimedialen Möglichkeiten.

Allgemeines

Der optische Eindruck definiert die Nintendo Wii Konsole als designoptimierten Baustein der multimedialen Welt des heimischen Wohnzimmers. Vorbei die Zeit klobiger, klappriger Plastikgehäuse, die verschämt versteckt wurden, um sie dann bei Gelegenheit hervorzuholen und umständlich mit dem Fernseher zu verbinden – dieser Vorgang setzte oft voraus, das erst andere Peripheriegeräte am Flimmerkasten ihrer innigen Verbindung mit selbigem beraubt wurden.

In den Anfangstagen waren die Spielekonsolen häufig noch nicht mit austauschbaren Spielen zu haben. Später dann beschränkte sich das häusliche Angebot meist auf ein, zwei auswechselbare Spiele. Fast nichts von dem ist geblieben. Der Gameboy sorgte in den 90er Jahren für Furore und spätestens seit dem Einbau von DVD-Laufwerken in die Spielekonsolen begann das Zeitalter der multimedialen Center im heimischen Wohnimmer, die für manche Anwender nicht nur Videorekorder bzw. DVD-Player ersetzen, sondern auch gleich den PC, dessen Verwendung sich nicht selten auf Spiele und das World Wide Web konzentrierte.
Die Wii passt in diese moderne Wohnwelt und empfiehlt sich als hochleistungsfähiger Spielautomat.

Technische Daten

Die technische Ausstattung basiert auf der Architektur von Computerkomponenten. Als Hauptprozessor findet ein IBM „Broadway“ mit 729 MHz Verwendung. Der Hauptspeicher ist 88 MB groß, wovon 24 MB intern verwendet werden (intern: 1T-SRAM, extern: 64 MB GDDR3 SDRAM). Weiterhin sind 3 MB GPU Texturspeicher sowie 512 MB Flashspeicher verbaut. Letzterer ist über SD-Card erweiterbar. Der Grafikprozessor stammt aus dem Hause ATI. Es handelt sich dabei um einen Prozessor vom Typ „Hollywood“ mit 243 MHz. Zur Aufnahme der Spiele ist ein Laufwerk integriert, das sowohl die neuen Wii-DVDs als auch die GameCube Discs lesen kann und damit abwärtskompatibel ist. Die Soundausgabesoftware reicht bis zum Dolby Pro Logic 2 Standard.

Als Schnittstellen bietet die Wii zwei USB High-Speed Anschlüsse, einen analogen Multi-AV-Port für Bild- / Ton- Signale und einen Steckplatz für SD-Karten. Ferner können vier GameCube-Controller angeschlossen werden und zwei Anschlüsse für GameCube-Speicherkarten werden geboten.

Ausstattung / Zubehör

Die Bedienung der stationären Nintendo Konsole erfolgt über den Wii-Remote. Von der Form her erinnert dieser Controller an eine Fernbedienung und hat nichts mehr mit den Funkfernbedienungen für den Modellbau gemein. Diese Fernbedienung steht in kabellosem Kontakt mit einer Sensorleiste, die auf oder vor dem Fernseher platziert wird. Auf diesem Wege kann die Wii-Remote per Infrarot-Kamera gleich einem Laserpointer Objekte auf dem Fernseher exakt anvisieren. Ein Beschleunigungssenor erfasst die Bewegungen des Controllers, die sich so direkt auf das Spiel auswirken. Damit lassen sich ganz neue Spielekonzepte umsetzen, etwa das Schwingen eines Schlägers. Die weitere Spielsteuerung erfolgt über einige Tasten auf dem Controller. Die Verbindung zwischen Controller und Konsole nutzt die Bluetooth – Technologie. Die Entfernung zwischen Controller und Konsole darf bis zu 10 m betragen, die zwischen Controller und Sensorleiste 5 m. Eine Rückmeldung bestimmter Spielelemente kann die Bedieneinheit mittels Vibrationseffekte erzeugen. Der im Controller eingebaute Lautsprecher dient der Wiedergabe von Geräuschen, die der Spieler etwa mit einer Waffe oder einem sonstwie gearteten Gegenstand fabriziert. So löst sich akustisch zum Beispiel ein Pfeil aus der Hand des Akteurs und fliegt zum Bildschirm (der Ton wird dabei vom Controller zum Fernseher übergeblendet). Ein interner Speicher in der Wii-Remote ermöglicht die Sicherung individueller Einstellung des Spielers.

Zum Lieferumfang gehörten zudem noch der Nunchuk-Controller, das Spiel Wii-Sports, das AV-Kabel und ein Ständer für die Konsole. Als Zubehör bietet Nintendo Wii-Remote– , Nunchuk– und Classic– Controller, ein RGB-Kabel für die Darstellung im 50 oder 60 Hz Modus und ein YpbPr-Komponentenkabel für den 480p oder den 576p Modus.

Spiele

Bei Betrachtung diverser Testberichte und den Verkaufshitlisten für Konsolenspiele beweist die Nintendo Wii ihre Vielseitigkeit. In den Top Ten Ende 2007 finden sich 2 Action-, 2 Geschicklichkeits-, 1 Denk-, 1 Sport-, 1 Simulations- 1 Abenteuer-, 1 Fußball-, und 1 Musikspiel. Auffällig ist dabei vor allem der im Vergleich zu anderen Konsolen hohe Anteil an Geschicklichkeitsspielen. Dies belegen auch die Testberichte führender Fachzeitungen. Noch weit vor den Actionspielen finden hier die Geschicklichkeitsspiele die Aufmerksamkeit der Tester. Die Benotungen der Spiele zeigen im Allgemeinen, dass sich die Nintendo Wii wie auch die dazugehörigen Spiele als ausgesprochen ausgereift präsentieren.

Wer die Spielelisten durchgeht, stößt natürlich unweigerlich auf den Nintendo Klassiker „Mario“, sei es nun als Mario Party 8 oder als Super Mario Galaxy. Als weitere Titel sind „The Legend of Zelda – Twilight Princess“, „Tiger Woods PGA Tour 07“, „Super Monkey Ball Banana Blitz“, „Die Sims 2 – Haustiere“ und „Harry Potter und der Orden des Phönix“ anzuführen.

Fazit

Mit der Wii ist Nintendo ein großer Wurf gelungen. Die japanische Konsole ist optisch ansprechend, in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis als sehr gut zu bezeichnen und bietet einen Hauch von Cyber-Technologie. Die Umsetzung der Bewegung mit dem Controller in das Spielgeschehen gewährt einen Einblick in die Zukunft. Was in vielen Labors und zahlreichen Computermessen schon demonstriert wurde, findet hier – äußerst preiswert und genial einfach – Einzug in die heimische Wohnstube, ohne dass erst Sensoren als Handschuhe angelegt werden müssen. Man darf auf die Weiterentwicklungen gespannt sein.