Nintendo DS Lite

Nintendo DS Lite
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Wer die Nintendo DS als Nachfolger des Gameboys sieht, verkennt die revolutionären Neuerungen. Laut Nintendo gehört die 2004 erschienene mobile Konsole zu einer neuen Gattung, die Handheld genannt wird. Technisch gehört die DS zur 5. Konsolen-Generation und konkurriert aktuell mit der Playstation Portable von Sony.

Das besondere an der DS ist der Aufbau mit zwei Bildschirmen (DS = Dual Screen), wobei der untere als Touchscreen – Monitor fungiert. Er kann mit einem Stift (Stylus) bedient werden und ermöglicht nicht nur das direkte Eingreifen ins Spielgeschehen. Damit kann auch zum Beispiel eine Tastatur bedient werden, die bei Bedarf auf dem unteren Bildschirm erscheint und das Browsen vereinfacht.

Wesentlich für ein mobiles Gerät sind die geringen Außenmaße, das niedrige Gewicht, eine robuste Technik und die einfache Bedienung. Soll der Spielautomat auch noch Freude bereiten, so ist eine hochleistende Technik unumgänglich. All das verknüpft Nintendo in der DS und noch mehr in der Mitte 2006 erschienenen zweiten Fassung, der noch mal 30 % kleineren DS Lite. Trotz der geringen Abmessungen sind die Möglichkeiten vielfältig, die Bedienelemente gut nutzbar und das Gehäuse hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Erfreulich dazu, dass die DS auch mit den Spielen des GBA (Gameboy Advance) klar kommt.

Allgemeines

Nintendo verwirklichte in der mobilen Spielekonsole DS / DS Lite ein Gerät der technischen Superlative, die gleichsam für einfache Bedienung und umfassende Kompatibilität steht. Mittels des eingebauten Mikrofons kann das Gerät sprachgesteuert werden, es verfügt über die übliche Spielekonsolen-Tastatur, lässt sich mittels Stift auf dem unteren berührungsempfindlichen Bildschirm steuern und dieser Stylus genannte Stift kann auch eine auf dem Touchscreen-Monitor angezeigte Tastatur bedienen. Diese umfangreichen Möglichkeiten der Bedienung gepaart mit der optionalen Rüttelfunktion Rumble Pak inspirieren die Spielehersteller zu immer neuen Spielvarianten.

Doch die Möglichkeiten der Nintendo-Konsole gehen noch weiter. Sie ist internetfähig, erlaubt das Chatten mittels der Software PictoChat in 4 Chatrooms mit jeweils bis zu 16 Teilnehmern und das Spielen im Mehrfachspielermodus mit anderen DS-Besitzern – entweder in einer Entfernung von bis zu 30m zueinander oder per Internetzugang mit Spielern auf der ganzen Welt. Es ist also kein Problem, die nächste Fifa Weltmeisterschaft mit „Originalspielern“ auf der ganzen Welt vorzubereiten. Als weitere Option ist die Wiedergabe von Musik-, Video- und Foto-Dateien möglich und die DS kann auch als MP3-Player für bis zu 240 Songs verwendet werden.

Die technischen Möglichkeiten und der Reifegrad des Geräts belegen einmal mehr die Kompetenz von Nintendo auf dem Markt der Spielekonsolen. Wer übrigens bei den Produktnummern auf die Anfangsbuchstaben NTR trifft, findet hier einen Hinweis auf den ursprünglich gewählten Namen Nitro. Allerdings hatte sich im Vorfeld der Veröffentlichung in der allgemeinen Diskussion und Berichterstattung bereits die Bezeichnung DS, eigentlich ein Arbeitstitel, etabliert.

Technische Daten

Wer sich noch an die ersten Spielekonsolen und ihre Spielmöglichkeiten erinnert, mag kaum glauben, was in einem solchen kleinen Gerät alles Platz hat. Als Hauptprozessor dient ein ARM946E-S (67 MHz), der von einem Subprozessor (ARM7TDMI) mit 33 MHz unterstützt wird und sich eines Arbeitsspeichers (4 MiB) und eines VRAMs (656 KiB) bedient. Die beiden Monitore sind jeweils 61 x 46 mm groß und können 256 x 192 Bildpunkte sowie 262.144 Farben darstellen. Die Helligkeit kann beim DS Lite in 4 Stufen der Umgebung angepasst werden. Allerdings wird bei mehr Helligkeit auch mehr Strom verbraucht und die Spieldauer verkürzt. Für die Spiele verwendet Nintendo ein eigenes Speicherkarten-System, für das es optional Ersatz bis zur Größe von 1 GB gibt.

Die DS verfügt über eine 2D-Grafik und 3D-Grafik. Die Füllrate bei 3D erreicht maximal 30 Millionen Pixel pro Sekunde. Für die Klangwiedergabe dient zum einen das Headset, zum anderen können die eingebauten Lautsprecher benutzt werden, die auch einen virtuellen Surroundsound erlauben. Die Verbindung zum Internet oder zu anderen Spieler erfolgt per WLAN bzw. Wi-Fi.

Die DS Lite unterscheidet sich von der ersten Generation nicht nur in Bezug auf die angesprochene Helligkeitsregelung der Monitore, die von der Kundschaft erwünscht wurde. Die DS Lite stellt sich mit kräftigeren Farben, einem handlicheren Touchpen, einer hochwertigeren Verarbeitung und einer deutlich längeren Akkulaufzeit vor. Letzteres überrascht bei dem deutlich kleineren Gerät positiv. Das Mikrofon für die Spracheingabe befindet sich nun in der Mitte des handlichen Geräts. Die Außenmasse wurden von etwa (L x B x H) 15 x 8,5 x 3 cm (DS) auf 13 x 7,5 x 2 cm reduziert. Ein beachtlicher Erfolg.

Ausstattung / Zubehör

Als optionales Zubehör wären der Rütteleffekt Rumble Pak, der Movie Advance Player für die Wiedergabe von Texten und Bildern, Musik und Filmen, der MP3-Player und die Speicherkarten bis zu 1 GB zu nennen.

Eine Verbindung zur stationären Konsole Wii ist nach diversen Informationen in Arbeit.

Spiele

In Zusammenarbeit mit Gamespy bietet Nintendo einen kostenlosen Onlinedienst für das Spielen via Internet an. Das Programm an internetfähigen Spielen ist bereits recht umfangreich. Als Titel wären zum Beispiel „The Legend of Zelda (Phantom Hourglass)“, „Mario Kart DS“, „Pokémon (Diamant- und Perl-Edition)“, zweimal „Tony Hawk“, „FiFa 08“, die „Nintendogs“ und der Klassiker „Tetris“ zu nennen.

Bei den Speicherkartenspielen überrascht die DS mit interessanten Verkaufsstatistiken. Die Kundschaft steht auf Simulationen (4x unter den Top Ten im Herbst 2006, 3x unter den Top Ten Ende 2007) und Denkspiele (jeweils 2x unter den Top Ten). Weiterhin finden sich noch Geschicklichkeits- (1x 2006, 2x 2007), Fußball- (2006), Renn- (2006), Action- (2006), Abenteuer- (2007) und Rollenspiele (2007) in der Hitliste.

Auch die Testergebnisse einschlägiger Fachzeitungen belegen, dass die Nintendo DS für sehr unterschiedliche und auch aufwändige Spiele geeignet ist. Vorrangig führen hier Action-, Geschicklichkeits-, Denk- und Rollenspiele. Die Noten zeugen von einer ausgereiften Technik.

Als Spieletitel wären zum Beispiel „Nintendogs“ (eine Simulation für angehende Hundebesitzer), „Meteos“ (ein Denk- und Knobelspiel), „Anno 1701 DS“, „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ sowie diverse Versionen von „Mario“, „Donkey Kong“ und „Tony Hawk“ zu nennen.

Fazit

Mit der mobilen Konsole DS stellte Nintendo eine neue Geräteklasse vor, die Handheld genannt wird. Die DS Lite ist zusammengeklappt kaum größer als die letzte Gameboy-Generation und offenbart aufgeklappt eine Vielzahl technischer Highlights. Der (zweite) Touchscreen-Monitor und die Spracheingabe ermöglichen ganz neue Steuerungstechniken. Mit Freude darf der Kunde registrieren, dass die Spieleentwickler diese Möglichkeiten erkannt und umgesetzt haben.