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Freitag, 8. Januar 2010, 13:26

von: Xaero

Der Spiele PC

Ein für Computerspiele geeigneter PC – kurz Spiele PC - unterscheidet sich in einigen Punkten vom Standard PC.

Das wichtigste Merkmal ist die Grafikkarte. Dann folgen Prozessor, Soundkarte, Arbeitspeicher, Motherboard.

PCs von der Stange, wie sie in Elektro- oder Supermärkten verkauft werden haben zwar meist einen ausreichend leistungsfähigen Prozessor, der Rest aber ist nicht, oder nur eingeschränkt spieletauglich.

Wie muss jetzt ein Spiele PC aussehen?

In erster Linie kommt es auf das Genre an. Spiele der verschiedenen Genres stellen unterschiedliche Anforderungen an die Hardware, obwohl aufgrund der fortschreitenden Entwicklung im 3D Bereich die Grenzen immer mehr verschwimmen.

Grob unterteilt lässt sich sagen, es gibt Spiele die höhere Anforderungen an den Prozessor, andere wiederum an die Grafikkarte stellen. Arbeitet ein Spiel viel mit der künstlichen Intelligenz der NPCs (computergesteuerte Spielfiguren) ist ein schneller Prozessor gefragt. Kommt ein Spiel z.B. mit opulenter Grafik daher, aufwändigen Texturen oder weiten Landschaften, trägt die Hauptlast die Grafikkarte.

Steht genug Geld zur Verfügung kann man beidem Rechnung tragen, ist das Budget limitiert, muss man einen Schwerpunkt setzen.

Bei fertig gekauften PCs müssen oft Einschränkungen bezüglich der Aufrüstbarkeit gemacht werden. Ein Spiele PC lässt man am besten auf Wunsch von einem Fachhändler zusammenbauen, oder macht es selbst. Dazu sind aber Kenntnisse erforderlich, die über normales Anwenderwissen hinausgehen.

Die Eckdaten

Standard sind zwischenzeitlich Prozessoren mit zwei Kernen, sog. Dualcore (Core = Kern). Mittlerweile erobern vierkern Prozessoren (Quadcore) immer größere Marktanteile, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie die Dualcore Prozessoren verdrängen. Das wird aber noch ein Weilchen dauern. Aktuell stehen schon sechskern Prozessoren von Intel und AMD vor der Tür.

Von mehreren Kernen profitiert aber nur Software richtig, die dafür programmiert ist. Ist sie das nicht, läuft sie nur auf einem Kern. Das erklärt auch, warum höher getaktete Singlecore Prozessoren manchmal schneller sind als niedriger getaktete mehrkern Prozessoren. Aktuelle Spiele sind meist schon für Dualcore oder mehr ausgelegt.

Was kaufen? Nun, entweder einen Dualcore Prozessor der oberen Mittelklasse, bzw. Oberklasse, oder einen Quadcore Prozessor der Einstiegs bis Mittelklasse.

Spieletauglich sind Prozessoren ab 2,0 GHz. Für aktuelle Spiele sollte es aber mindestens ein Prozessor ab 2,8 GHz sein. Bei Mehrkern Prozessoren ist dies die Taktfrequenz pro Kern. Singlecore Prozessoren sind nicht mehr zu empfehlen.
Intel oder AMD? Obwohl Intel was die Performance angeht, die Nase vorne hat, steht AMD dem nicht viel nach. Ein AMD System lässt sich i.d.Regel günstiger zusammenstellen, als ein Intel System, ohne allzu große Abstriche machen zu müssen.

Für einen schnellen Spiele PC kommen z.B. folgende Prozessoren in Frage:

Intel Sockel 775:
Core2Duo 8400 / 8500 /8600
Core2Quad Q8400 / Q9400 / Q9505 / Q9550 / Q9650
Intel Sockel 1156:
Core i3-530 / 540, Core i5-650 / 660 / 661 / 670/ 750, Core i7-860 /870
Intel Sockel 1366:
Core i7-920 oder höher

AMD Sockel AM3
Athlon II X4 630
Phenom II X2 545
Phenom II X2 550
Phenom II X3 720
Phenom II X4 925 / 945 / 955 /965

In dieser Auflistung steht ein neuer Begriff: Sockel. Der Sockel bezeichnet die „Fassung“ des Prozessors auf dem Motherboard. Die Zahlen, z.B. 775 oder 1156 stellen bei Intel die Anzahl der „Beinchen“ oder Kontakte eines Prozessors dar. Bei AMD ist es eine fortlaufende Bezeichnung der unterschiedlichen Sockel Generationen.

Aufrüstwilligen sei unbedingt geraten, sich die Kompatibilitätslisten der Motherboardhersteller anzusehen. Nicht jeder Prozessor läuft auf einem Board, obwohl er mechanisch (Sockel) passt.

Dies ist nur ein kurzer Abriss der Thematik, da sie vom Umfang diesen Beitrag sprengen würde.

Ein anderes Thema ist die Grafikkarte.

Hier gibt es zwei große Konkurrenten (AMD)ATI und Nvidia. ATI wurde vor geraumer Zeit von AMD übernommen und ist jetzt eine Tochter des Prozessorherstellers.

Zwischen beiden herrscht ein beständiger Kampf um die Performancekrone. Diese hat zurzeit AMD mit den neuen Radeon Karten der 5000er Serie inne. Nvidia bringt aber in Kürze eine neue Kartengeneration mit dem sog. „Fermi“ Chip heraus und möchte damit wieder an der Spitze stehen.

Aktuelle spieletaugliche Karten sind diese:

Nvidia:
Geforce GTS250, GeForce 260GTX, 275GTX, 285GTX, 295GTX

ATI:
Radeon 4850 / 4860 / 4870 / 4890
Radeon 5750 / 5770 / 5850 / 5870 / 5970

Die Geforce GTS250 ist aber schon heute an der unteren Grenze und nicht zukunftstauglich, da sie nicht leistungsfähig genug ist. Die Geforce 260GTX bietet noch für einige Zeit ausreichende Reserven. Besser fährt man aber mit Karten ab der Geforce 275GTX, oder man wartet auf die neue Generation.

Bei ATI sind die Karten Radeon 4850 und Radeon 5750 nicht empfehlenswert, da sie nicht (mehr) genügend Leistung bieten. Einsteigen sollte man dort ab der Radeon 4870, oder der Radeon 5850, wobei letztere die bessere Wahl ist da, schneller und DirectX 11 fähig.

Mit DirectX 10 oder 11 wird auch bei schwächeren Karten geworben, wobei es dort aber relativ nutzlos ist. Aktiviert man diese Option im Spiel, bricht die Leistung solcher Karten massiv ein. Die GPU (Grafikkartenprozessor) ist dann einfach nicht stark genug das Spiel ruckelfrei wiederzugeben. Die Performance wird mit FPS (Frames per Second) angegeben. Das ist die sog. Bildwiederholrate. Es bezeichnet den Zeitraum, den die Karte pro Sekunde braucht ein Bild aufzubauen. 30 FPS z.B. bedeutet demnach 30 Bilder pro Sekunde. Ab 25 FPS nehmen die meisten Menschen kein Ruckeln mehr war. Da der Frameverlauf je nach Spielzene unterschiedlich ist (manche Szenen fordern die Karte mehr) ist eine mittlere Bildwiederholrate von mindestens 50 FPS empfehlenswert um solche Schwankungen abzufangen.

Ebenso wichtig ist die Größe des Monitors. Stellt eine Karte auf einem 19“ Monitor ein Spiel bei 1280x1024 mit hohen Einstellungen noch flüssig dar, kann dies bei einem 22“ Monitor schon anders sein. Kurz die Karte soll eine Bildwiederholrate von mindestens 50 FPS in hohen Einstellungen bewältigen können. Je mehr FPS desto besser. Auch die Reserven für die Zukunft sind somit größer.

Eine Grafikkarte die aktuelle Spiele in mittleren bis hohen Auflösungen gerade noch so auf dem eigenen Monitor darstellt ist eine schlechte Wahl. Da ist es besser das nächst größere Modell zu wählen.

Aufschluss über die Leistungsfähigkeit der Karten geben einschlägige Benchmarks im Internet.

Arbeitsspeicher ist auch nicht unerheblich wenn es um das Thema Spiele geht. Es gibt schon Spiele die sich, sofern verfügbar, mehr als 2GB RAM genehmigen.

Da mittlerweile 64bit Systeme salonfähig geworden sind, fällt die Wahl nicht schwer: Windows 7 64bit und Arbeitsspeicher ab 4GB aufwärts.

Bei den Motherboards sieht die Lage etwas entspannter aus. Modelle aus einer Serie basieren auf den gleichen Chips und unterscheiden sich nur durch die Ausstattung (Anzahl der Anschlüsse, Softwarebeigaben). Hier muss es nicht das teuerste sein.

Ein weiterer Punkt der Aufmerksamkeit verdient ist das Gehäuse. Graue Standardgehäuse sind out. Weitverbreitet sind schwarz und silber. Aber auch farbige Gehäuse gibt es reichlich. Wichtiger aber sind die inneren Werte. Hauptfaktor: Das Lüftungskonzept. Gut aufgebaute Gehäuse sorgen dafür das die empfindliche Hardware so kühl wie möglich gehalten wird. Gerade im Sommer kann ein schlechtes Lüftungskonzept für reichlich Probleme sorgen.
Sehr gut ist z.B. Luft vorne unten ansaugen und hinten oben rausblasen. Ideal sind z.B. Gehäuse mit um 90° gedrehten Festplattenkäfigen und in der Front unten verbaute 120mm Lüfter. Solche Lüfter kühlen die Festplatten recht gut. In anbetracht der Tatsache, dass bei Festplatten 55°- 60° die oberste Betriebstemperaturgrenze ist, ist eine gute Kühlung sehr wichtig.

Die Soundkarte kann maßgeblich zur Stimmung eines Spiels beitragen. Billige Karten oder onBoard Sound können einem den Spaß am Spiel durchaus verleiden. Eine gute Soundkarte die EAX 4.0 oder besser EAX 5.0 unterstützt bringt da enorm viel.

Die Ausführungen zum Thema Spiele PC könnten Bände füllen. Ich hoffe mit diesem kleinen Ausflug in die Hardwarewelt einige hilfreiche Hinweise gegeben zu haben.